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Die Freistatt · 1913-11-15 · Heft 8 (15.11.1913) · p. Seite 453

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (15.11.1913)
Article
Ökonomische Übersicht
Date
1913-11-15
Page
Seite 453 (sequence 5)
Language
German
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452 ben Mordechai, Der Anteil der Juden usw. nalen Elementen gemengt wird Vor allen anderen fängt das die Klein- und Mittelbourgeoisie zu spüren an, die mit den Arbeitermassen in persönliche Berührung kommt Aber schließlich wird auch die jüdische Großbourgeoisie dazu gelangen müssen. Jedenfalls können wir bereits die erfreuliche Erscheinung verzeichnen, daß die jüdischen Fabriken, vorläufig wenigstens teilweise, für die jüdischen Weber geöffnet wurden. Noch mehr, es ist sogar eine Neigung der jüdischen Klein- und Mittelbourgeoisie bemerkbar, die jüdischen Arbeiter nicht bloß in die Fabrik einzulassen, sondern sie sogar zu suchen. Diese junge Bewegung hat schon einige günstige Resultate gezeitigt Abgesehen von Bialystok und Umgebung, wo sich die jüdischen Weber noch vor sechs Jahren den Weg zum mechanischen Webstuhl eroberten — sie mußten ihre Position hier buchstäblich mit den Waffen in der Hand verteidigen —, und wo der jüdische Weber bereits eine wichtige Stellung beim mechanischen Webstuhl einnimmt, ist auch ein Eindringen jüdischer Arbeiter in die mechanischen Fabriken von Lodz und Umgebung zu bemerken. Als Ing. Bolotin vor einem Jahre die Lage der jüdischen Weber von Lodz untersuchte, konnte er in seinem Bericht schon schreiben, daß „es in Lodz viel jüdische mechanische Weber in den großen jüdischen Webereien gibt". Noch deutlicher ist diese Erscheinung in der Provinz, Interessant ist in dieser Hinsicht das Fabrikstädtchen Zgerz. Früher gab es hier fast gar keine jüdischen mechanischen Weber, Vor zwei Jahren beschlossen die Fabrikanten, 15 Prozent jüdischer Weber für ihre mechanischen Stühle aufzunehmen. Der Versuch gelang und befriedigte sie. Die jüdischen Weber erwiesen sich viel geschickter als die christlichen Arbeiter, weshalb die Fabrikanten die jüdischen mechanischen Weber den Christen vorzuziehen begannen, so daß die Juden schon im ersten Jahre 32 Prozent aller mechanischen Weber ausmachten. (Z, ist ein kleines Städtchen, in dem es im ganzen nur 300 mechanische Weber gibt.) Die Zufriedenheit mit den jüdischen Arbeitern ist so groß, daß die Fabrikanten sich bestreben, ausschließlich mit Juden zu arbeiten.*) Dieselbe Erscheinung sieht man in größerem oder kleinerem Maße auch in den anderen Industriestädtchen in Polen. Zu Beginn dieses Jahres berichteten die jüdischen Zeitungen aus Bolchotow, daß die jüdischen Fabrikanten auch dort beschlossen haben, für den Anfang einen gewissen Prozentsatz jüdischer Weber aufzunehmen. **) *) Otshet etc. **) .Fränf, 1913 No. 5.

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