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Die Freistatt · 1913-08-22 · Heft 5 (22.8.1913) · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 5 (22.8.1913)
Article
Oppositionen
Date
1913-08-22
Page
Seite 272 (sequence 7)
Language
German
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Davis Trietsch, Oppositionen 271 ter (im Sommer 1002) und dem 6. Kongreß (1903) lag, wollte er es mit dem Programm der konsequenten Opposition, mit großzügiger Einwanderungs- und Kolonisationsarbeit versuchen. Er kam mir in der unglaublichsten Weise entgegen (die Oeffentlichkeit hat keine Ahnung, wie weit die Gegensätze gediehen waren), ließ sich von mir veranlassen, den El-Arisch- Plan aufzugreifen, und hoffte auf Grund der ihm günstig scheinenden Expeditionsberichte im Herbst 1903 eine riesige Kolonisationstätigkeit in El-Arisch zu beginnen. Im Frühjahr 1903 bot er mir die Uebernahme des zionistischen Emigrationsamtes an, das gleichfalls im Herbst 1903 — mit dem Sitz in Berlin (!) — begründet werden sollte, und zwar nach den Vorschlägen, die ich im ersten Januarheft der „Welt" von 1903 skizziert hatte. *) *) Dies ist kein Geheimmaterial Der Artikel war sogar von mir gezeichnet, während ich früher — in dem naiven Vertrauen auf Wirkung der Sachen — der „Welt" nur Pseudonyme Beitrage geliefert hatte. — Der erste war übrigens: „Eine kalifornische Kolonisationsmet h od e" (im Frühjahr 1899 erschienen), um dessen Ausarbeitung für die „Weif* mich Herz] ersucht hatte. — Das neue amerikanische „Achusa"- System, mittelst dessen man jetzt hofft, viele Millionen für das Kolonisationswerk aufzubringen, war in jenem ersten meiner „Welf'-Artikel bereits vollständig vorskizziert Viele Jahre mußten selbst in diesem Fall ungenützt vergehen, und die jetzige Arbeit in jener Richtung geht sicherlich nicht auf meinen damaligen Artikel zurück, sondern darauf, daß jetzt auch andere das längst in recht großer Oeffentlichkeit (Amerikas) propagierte „kalifornische" System als für unseren Fall empfehlenswert erachteten. Meine Freunde legen mir manchmal nahe, meine zionistischen Anregungen in chronologischer Ordnung usw. dem geehrten Publico zugänglich zu machen und damit zu zeigen, wie sehr sich die Bewegung in meinen Bahnen bewegt Aber — auch abgesehen davon, daß ich versucht bin zu sagen: „und sie bewegt sich doch nicht" — mir scheint, man würde mir daraus den — wenn es stimmte, wirklich schlimmen — Vorwurf machen, daß ich meiner Zeit und ihren Möglichkeiten vorauseile und jederzeit proponiere, was erst in 10 jähren hätte proponiert werden dürfen. — Unter solchen Umständen und bei der personenanbeterischen Geistesverfassung unserer Leute (die Personenanbetung machte ja nicht einmal vor Wolffsohn Halt!) halte ich es für zweckmäßiger zu zeigen, daß Herzl bereits vor 10 Jahren das Emigrationsamt für „reif" hielt, daß er schon 1899 mich veranlaßt hat, meine Ueberzeugung, nach der das „kalifornische System" die ideale Methode für unsern Fall sei. in der „Welt" zu publizieren, daß er 1897 (!!!) die Aufnahme der Nachbarländer in das Arbeitsgebiet des Zionismus nur deshalb für unopportun hielt, weil er bereits nähere und direktere Aussichten auf Palästina selbst zu haben glaubte usw. usw.

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