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Die Freistatt · 1913-07-15 · Heft 4 (15.7.1913) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 4 (15.7.1913)
Article
Morris Rosenfeld
Date
1913-07-15
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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248 S. Niger, Morris Rosenfeld Wüs rykt ir alc di ilejsh in zech Yn shmdst cy mir di bejner? Wus mejnt ir, wüs? A hynt bin ech, A hynt mit kfllshe cejner? A hynt, wüs lojft arym in gas Yn nechtikt of di briklech, Yn wen em falt a bejn cym shpas 1z er shojn ibergliklecli? A hynt, wüs chapt a bis in kich, Derniderikt yn shüfl, Yn lekt derfar dem wirt di shich Der wirtn di pantofl? O, eitert! Den ech bin der lejb, — Nit shpilt mit mir in shpiclech, Den koum derlang ech mech a hejb, Cyflejsh ech ich of piclech! Ech ken di step yn ken dem wald, Ech bin in jacht gebor'n, Ech ty a brym, es wert a gwald, — Yn ir deikent män cor'n Nit kykt zech an, wüs ech farshwäg, Nit halt mech far a shojte, — Es kymt der tüg, ech brech di shtäg Yn ir biäbt lign tojte. [Warum reißt immer das ganze Fleisch an euch und werft mir nur die Knochen zu? Was glaubt ihr? Bin ich ein Hund, ein Hund mit Bettlerhunger? — Ein Hund, der in den Gassen irrt und auf dem Pflaster schläft und wenn ihm zum Spaß ein Knochen abfällt, schon überglücklich ist? — Ein Hund, der in der Küche einen Bissen aufschnappt, verkommen und erniedrigt, und dafür dem Wirt den Schuh, der Wirtin die Pantoffel leckt? — Zittert! Denn ich bin der Löwe, — spielt nicht mit mir, denn wenn ich mich nur erhebe, zerfleische ich euch zu Stücken! — Ich kenne die Steppe und kenne den Wald, ich bin im Reiche der Beute geboren* Und wenn ich nur brumme, entsteht ein Schreck und ihr erkennt meinen Zorn. — Schaut nicht darauf, was ich verschweige, haltet mich nicht für einen Narren, — es kommt ein Tag, dann brech ich den Käfig und ihr werdet sterben. Man braucht keinen besonders feinen Geschmack zu haben, um 211 fühlen, daß dieses Gedicht nicht an „Man jingale" heranreicht Nicht bloß, weil dieses musikalischer ist, edlere, zartere und auch bedeutendere Gefühle ausdrückt, sondern weil es, rein künstlerisch und psychologisch genommen, unvergleichlich vollkommener ist Dort ist der Vater — ein Vater und das Kind ist ein Kind, sie schweben wie lebendig vor unseren Augen. Den Löwen aber, den Waldaristokraten, möchten wir uns, obwohl er nur ein Sinnbild für den Shop-Proletarier ist, ein wenig vornehmer vorstellen; wir möchten ihn zurückgezogenstolz sehen, nicht frech-zornig, wie hier; wir möchten von ihm nicht einen so wenig klugen und poetischen Ausruf hören:

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