Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (15.7.1913)
- Article
- Alljüdische Kritik
- Date
- 1913-07-15
- Page
- Seite 204 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3119801-3119802-3119806-3120375--0353-3120452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
_ F. M. Kaufmann, Alljüdische Kritik II. 203 ^M^^^HHMHHMi^HIWH^HB^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^MIte^^^^^^^^rt^BB^^taik^HkMIHM^Ml^HMI^^^HMMail^^^^^^^iM gen und Methoden, und suchte sie durch Anhäufung eines gewaltiger statistischen Materials zu stützen. Die Auswahl, die Zusammenstellung und die Verarbeitung dieses Materials erfolgte also, wie schon im IL Heft S, 81 bemerkt wurde, nicht nach kritischen, sondern nach apologetischen Gesichtspunkten. Das ist dem Werte des Buches zum Verhängnis geworden. Auffallend und unsere These von der Sterilität des Zionismus bestätigend ist nun dies, daß selbst jetzt, wo zum erstenmal das Beweismaterial der Theorie ausgebreitet dalag, und die schweren Fehler ihres Aufbaues und ihrer Methodik unschwer zu erkennen waren, es innerhalb der zionistischen Literatur zu keiner kritischen Strömung kam. Ein typisches Bild für die emphatische, kritiklose Aufnahme, die das Buch fand, bietet eine Besprechung, die Adolf Böhm 1911 im 40. Heft der „Welt" veröffentlichte. Dort heißt es: „War das Buch früher (1904) eine sozialwissenschaftliche Studie, .... so ist das neue Werk zu einem Handbuch der Judenfrage geworden . . . Ruppin meistert die Fülle des Stoffes, indem er jeweilig alles übersieht, was auf irgend einem Gebiete gedacht und geforscht wurde, und darüber ein Urteil fällt, das in seiner Exaktheit, Knappheit und Ob jekti vi tat unappellabel erscheint . . . Die Prägnanz Ruppinscher Darstellung und Einteilung erweist sich auch darin, daß die Ueberschriften der Abschnitte und Kapitel für sich allein schon einen Leitfaden für den Gedankengang des Buches geben." Noch aber ist der Ring, der die Sterilität der Theorie mit dem organischen Widerspruch der Bewegung in direkte Verbindung setzen will, nicht geschlossen. Noch besteht eine Möglichkeit, die, falls sie zuträfe, die Sterilität der Theorie rechtfertigen, ihr den Charakter des Normalen geben würde. Denn noch wurde nicht erwogen, ob nicht deshalb die kritische Strömung im Zionismus unterblieb, weil das Lehrgebäude, ohne Risse und Widersprüche aufgebaut, die ewige Wahrheit für sich hatte. Dies ist zu erwägen. Nun könnte ja ein Hinweis auf unsere Untersuchungen im L und IL Heft der „Freistatt" genügen, um diese Möglichkeit abzulehnen. Wir wollen aber ein Uebriges tun und uns die Bibel des Zionismus daraufhin ansehen. Zuerst ihren Anlageplan. Gebaut ist das Buch nach der These des P a 1 ä s t i - naismus, der die Superiorität der Palästinamöglichkeiten an der Inferiorität der Goluswirklichkeiten nachweisen will. Dementsprechend handelt der breite, zwei Drittel beanspruchende Unterbau von der Assimilation; auf 208 von 302 Seiten wird möglichst viel Material,