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Die Freistatt · 1913-05-15 · Heft 2 (15.5.1913) · p. Seite 125

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 2 (15.5.1913)
Article
Jiddische Volkslieder
Date
1913-05-15
Page
Seite 125 (sequence 3)
Language
German
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Jiddische Volkslieder 125 [Schlaf, schlaf, schlaf! Der Vater wird ins Dorf fahren und wird ein Äpflein bringen, dann wird das Köpflein gesund sein. — Nüsselein, Ftisse- Jein. — Süpplein, Bäuchlein. — Vöglein, Äuglein. — Häselein, Näslein.] 6, Klip, klap, efn mir! Shlfifsty, to zugzhe mir! Shlüfn shlüf ech afile nit Nor efenen wel ech dir awade nit Sar a wint es wejt, sar a regn es gejt, Ch wel ännecn man zädn klejd! Dös zädene klejd westy yfhejbn, Yntern bejmale zech aweklejgn, Düs bejmale wet dech cydekn, Dös fejgale wet dech yfwekn. [Klipp, klapp, öffne mir! Schläfst du, so sag es mir! — Schlafen tu ich ja nicht, doch öffnen werde ich dir sicherlich nicht Wie der Wind weht, wie der Regen strömt. Mein seidenes Kleid wird nass werden. — Das seidene Kleid wirst du aufheben, wirst dich unter das Bäumchen legen, das Bäumchen wird dich zudecken, das Vöglein wird dich wecken.] 7. Däne bekalech, wi rozewe blymen Däne ejgalech, wi shwarce karshn, Däne lipalech wi cyker zis, Cy bakymen fyn zej a zisenkn kysh! Däne heralech, wi dergegrouzter samet, Däne hentalech, wi di ribalech. Dän harc mit mänem cyzamengebyndn Yn kejner wejst nit fyn ynzere wyndn. [Deine Wängelein sind rosige Blumen, deine Aeugelein wie Kirschen schwarz, deine Lippelein wie Zucker süss; von ihnen einen süssen Kuss zu kosten! Deine Härchen wie welliger Samt, deine Händchen wie Rübelein. Dein Herz ist mit meinem zusammengebunden und niemand weiss von ihren Wunden.] 8. Kymt der Über zymer, Shpiln mir in zamd; Kymt der Uber winter, Fürn mir cy land. Shwarce karshn räsn mir, Rojte lozn mir shtejn; Shejne bücherem nemen mir, Mise lozn mir gejn. Shwarcer cigäner, Dy bist nit mäner. Az öot wet dir bashern, Westy mäner wem. [Kommt der liebe Sommer, spielen wir im Sand; kommt der liebe Winter, fahren wir aufs Land. — Schwarze Kirschen pflücken wir, rote lassen wir stehn; schöne Jungen nehmen wir, hässliche lassen wir gehn. — Schwarzer Zigeuner, du bist nicht mein; wird Gott dir's bescheren, wirst du der meine werden.] 9, Kolzman ech bin a mejdl, Bin ech shejn yn ejdl. Yn wi ech wer a wäbl, Wer ech wi an ürem täbL Der man gejt in besmedresh Yn lejnt zech di sedres, In dawnen zingt er ynter, In Küdojsh shpringt er ynter. Hole darf ech alejn hakn, Yn brojt iz nitü fyn wanet cy bakn. Dem chezhbn fyn di kinder, Jz jetwedern bazynder: Ejnem schlüfn lejgn, Dem andern cymachn di ojgn, Dös drite of drousn firn, Dem ferdn dem kop ousshmirn. Yn düs iz noch nit gür — A bris ale jür! [Solang ich noch ein Mädchen bin, bin ich schön und zart. Und wenn ich dann eine Frau werde, bin ich eine

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