Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 252 (sequence 3)
- Language
- German
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252 Miniaturen iiimnjjjiiiijj.UMiiijnimiiniiw Kopf stoßen; die mit Unverlaßlickkeit geladenen dagegen verkatsckeln, allerdings, um sie bald wieder durek Brutalität aufzureizen; und den gesekicktlicken Beruf ikres Staates ukerkaupt verkennend emfack nack dem alten Rezept des gemutlicken Zwangs für alle regieren, Aker trotz alledem, es gekt dock kesser, als anderwärts. Man ist dock weiter gekommen als m anderen Staaten, die ikre Bevolkerungs~Zusammensetzung auf dieselbe Entwicklungslinie verweist* Es ist wenigstens sekon ein Anfang da. Das sind nickt mekr kloße Moglickkeiten und Keime, sondern es ist wirklicke Tatsacke, dal? der Staatsnationalismus an x Stellen gesetzlick oder praktisek durcklockert ist. Es sind wirklick scko^ deutlicke Staats- und volksrecktlicke, sowie politiscke Ansätze des Gemeinsekaftsstaates mekrerer Nationen vorkanden. Sie werden zu lekrenden und wirkenden Tatsacken, und starke Faktoren und Gruppen sind sekon m die Erkenntnis oder wenigstens in ikren Vorkof eingetreten. Das Ideal der kulturellen Volker-Autonomie — naiv oder reif, radikal oder gemäßigt aufgefaßt — gewinnt an Verbreitung* Kurz, jener unganseke Jude, dem ick einmal ^Vien zeigte und der dakei tiefsinnig fand, dal? diese wunderbare alte Kulturstadt, weil keinem Nationalstaate dienend, dock eigentlick keinen Lebenszweck kake, war nickts anderes, als einer von den tausenden Dutzenden, denen die ^Veiskeit von dem alleinseligmackenden Nationsstaate suggeriert worden ist. Und dieses Oesterreick ist nickt der unglückseligste, fortscknttwidrige Staat mit dem unkedingten Tod im Leib, als den ikn die eingebildeten Fanatiker des Staatsnationalismus aller Rassen und Typen seit Langem aussckreien, sondern tragt ganz im Gegenteil einen der jüngsten und stolzesten Zwecke gesellsckaftlicker Entwicklung in Sick, den Zweck; Staat und Nation zu verselbständigen und zu vervollkommnen. Alles, was Sick in Europa an eckten und uneckten Nationalstaaten kerumspreizt, kann Siek an mensckkeitkcker Zukunftsbedeutung mit Oesterreick nickt messen. ^iVer, selber Oesterreicber, Oesterreick mit dem Gemute erfakren kat, mit tiefer Bejakung zu diesem Staate stekt, der fuklt das wokl am besten. Aber mit Verstand* gesckicktlickem Sinn und Mensckkeitsentkusiasmus kann s auch der Nickt - Oesterreicker begreifen und zur Ueberzeugung kommen: Wenn Oesterreick nickt existierte, man mußte es erfinden. Und wenn es unterginge, die Gesckickte wurde es wiederkolen. Da man aber Positionen nickt leicktkerzig aufgibt, weil sie spater einmal ersetzt werden können, ist jede Gefakr, die den Bestand Oesterreicks kedrokt. geeignet, die Allgemeinkeit zu keunrukigen. Jedenfalls mußten die Juden so denken. Gewiß, es wäre verfeklt, wenn sie Sick dazu versteigen wollten, eine Art Rekellenkampf der Interterritorialen gegen die macktigen tentonalen Staaten der Erde beginnen zu wollen. Aber vergessen dürfen sie dock niemals, daß sie nun Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker