Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 253 (sequence 4)
- Language
- German
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Mimmiüren ÜS IMtmWIlimimitnWHIttllllWIftltllimillHIIlMM^ einmal cm internationale» Volk, das interterritorialste der Welt sind und der Hauptsache nach sicherlich Weiten werden. Vergessen dürfen sie nicht — speziell so weit sie das jüdische Volt als solches anerkennen — wieviel für dieses davon anhangt, daß die heutige Ueherspannung des nationalen Staatsgedankens nachlasse,, und ein reiner Kulturnationalismus sich allmählich herausarbeite. Und wenn von dort, wo diesem neuen erlosenden ^Verden eine Statte errichtet ist, ein Ruf des Schreckens* eine Kunde der Gefahr dringt, mußten sie die allerersten sein, aufzuhorchen. Denn dal? m Oesterreich wirklich etwas geschehen ist, woraus sich die grfue Sorge aufreckt, daran kann kein Zweifel sein. Nur die allerärgste Partei- oder Programm-Beschranktheit kann zuerst an der Ankunft,, an den Anschauungen und Ansichten des m Sarajevo ermordeten Thronfolgers von Oesterreich herumschnüffeln wollen. Das ist ja klar, dal? er, Kaiser geworden, so eigenwillig wie möglich und nicht wie ein Volksmann regiert hatte. Es ist wahrscheinlich, dal? er dahei mehr die Parteien des Beharrens als die der Evolution und Revolution begünstigt hatte. Es ist möglich, dal? sich dann seine den Juden angeblich nicht geneigte Gesinnung — es gibt übrigens auch entgegengesetzte Versionen — irgendwie praktisch geäußert hatte. Und es ist fast sicher, dal? er hei der staatsrechtlichen Ordnung der österreichischen Nationalitäten- Verhältnisse viele schonen Hoffnungen enttauscht hatte« Auf das alles mußte man gefaßt sein und war man gefaßt. Aber man fühlte sich durch Eines, was vor allem die Hauptsache war, entschädigt. Man fühlte — und am Tage seines Todes wurde diesea Gefühl eine Art hellseherischer Erkenntnis — daß sich dieser Prinz auf eine Mission vorbereitete, die er erkannt hatte, und daß diese Mission die Erhaltung Oestereichs und die Festigung seines Nationalitätencharakters war, Man fühlte den Ehrgeiz, die Ehrlichkeit und die Kraft eines Mannen. Man fühlte und sah m ihm den jungen Lebenswillen Oesterreichs, Mochte er dann Fehler machen, wieviel er wollte, man konnte sie ja trotz ihm und nach ihm wieder ausbessern. Wenn er nur Oesterreich und die Idee Oesterreichs wieder zu Ehren brachte! Und nun ist dieser machtige Repräsentant de$ österreichischen Gedankens, dieser bewußte oder unbewußte Forderer der Idee des nationslosen und daher nationenbefreienden Staates dahin* Dahin, bevor er noch recht an die Arbeit gegangen war. Die Untergangspropheten Oesterreichs weissagen wieder. Hoffentlich zu Unrecht. Niemand hätte es mehr zu beklagen, wenn sie Recht behielten, als das judische Volk, n. k Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker