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Die Freistatt · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. 251

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Article
[Ohne Titel]
Date
1914-07-01
Page
251 (sequence 2)
Language
German
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MuiiatÜren iül llliltlllHflUlilltHniltttlluniltltlHMnilflMfltniiiltillllUtii^tlitlllMltriininiMlillilllliMMn IflMlfitiHntlMlUff MllM»tlil^HMNMLtllltt1tliiMfllltHm(ltf1lt«4Mfl nationale »Moral« gilt, als bei ihnen daheim, und sie taten dann ao etwas wie Mitleid mit diesem armen Anderswo, das so tief unter der von ihnen erreichten politischen Lebensstufe steht. Leben sie wieder volkhch gemischt beieinander, und zwar so, dal? ein Teil durch Zakl oder durck geschichtliche Grunde das Ukergewickt uker die anderen kat, dann weil? sich der ukerwiegende Teil zu keifen. Er proklamiert Sick emfack als Staatsnation und sckafft den fmgierten Nationalstaat, den Staatsvolksstaat, m welchem die nationalen Minderheiten m die Staatsnation hineingepreßt, oder wenigstens gegenüber der Offentlickkeit in sie hmemgemogelt werden. Nun gikt es aker unter diesen Staats volksstaaten auck soleke, wo die Mischungsverhältnisse derartige sind, dal? das zahlenmäßige oder historische Ukergewickt eines Volkes den Gegengewickten der anderen Volker auf die Dauer nickt widersteken kann, und Kampfe um Ukergewickt und Gleickgewickt ausbrechen. Aus diesen Kämpfen keraus kildet Sick dann die Idee des Staates okne Staatsnationalitat, des Staates der gleickkerecktigten Volker. Das heißt: Der Nations- und der Staatskegriff werden aus dir er absolut sein sollenden Zusammensckweil?ung wieder kerausgelost, die zwei kerrhcken Selbständigkeiten der Menschheit steken wieder wenigstens zunächst in der Ricktang und Tendenz, jede für Sick da; em Stuck Gewalttum ist daran, sich zu überleben, em Stuck Menschen*» freikeit ist m Vorbereitung. Freilick, von der Idee bis zu ihrer Verwirklichung ist ein weiter Weg. Zu verwickelt smd die Verhältnisse, zu dicht aufgehäuft die geschichtlichen Verfehlungen, zu stark die Denk- und Tatgewohnheiten der Menschen. Und in den besonderen Fallen kommen noch besondere Erschwerungsgrunde hinzu. In der Türkei z. B. »st die Staatlichkeit zu locker und zu ohnmachtig. In Rußland herrscht zuviel unberechenbare UnVerantwortlichkeit. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo die Aterritorialitat der verschiedenen Volker einen idealen Boden für den nationalitatslosen Staat bildet, ist das Staatswesen noch zu jung. Nur einen Staat gibt es, — von ziemlich starkem Gefugc, unberechenbarer Un Verantwortlichkeit verhältnismäßig weit weniger unterworfen, und alt genug, um reif zu sein, — für den wenigstens diese besonderen Schwierigkeiten wegfallen. Mit den allgemeinen Widerstanden hat er ja auch zu kämpfen: Das sind die Gelüste verschiedener Volker, die anderen Nationen des Staates oder eines Teilteritonums, auf das sie besondre Vorrechte zu haben glauben, zu beherrschen» Da smd die verschiedenen »Irredentismen« derjenigen Nationen, die irgendwohin zu »blicken« haben, wo sie mit ihrer nationalen Kultur oft weit weniger gut aufgehoben waren und jedenfalls nichts gewinnen wurden. Da sind endlich die Störungen von Seiten unzulänglicher Regierungen, die oft gerade die für den nationslosen Staat wertvollsten Volker vor den Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker

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