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Die Freistatt · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. 236

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Article
Von der literarischen Kritik in der ostjüdischen Literatur
Date
1914-07-01
Page
236 (sequence 2)
Language
German
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23& J. A. Loubetzki, Von der literarischen Kritik in der 00tjüdischen Literatur 131LI k 11L M L J n 391M11U k 111MI i;ä L i i t M111L11M i I fi L111111M111.....n 1111 i J 31M;! [ 11E M M111J i I; IE L 311E111M1M11U1M M1U El M11 n.......1M11M H111111H M M11UIJ......n T11 11E E H 1t 1M U Name hat in der jüdisch-literarischen Welt einen guten Klang und unsere »Registratoren«, die alles in ein Schubfach zwängen und jedem eine Spitzmarke aufkleben* haben langst schon Baal Machsehuwes als jiddischen »Brandes« etikettiert. Baal Machschuwes ist der erste jüdische Kritiker, der jiddisch geschrieben und jiddische Literatur kritisiert hat. Dies ist einerseits der Grund, daß er so bekannt geworden ist. Anderseits hat er das * Glück« gehabt in eine Zeit zu kommen, die keinen Sinn hatte für ästhetische Beurteilung und ^Vertung. In der jiddischen Literatur existierte damals fast gar keine Kritik, in der hebräischen dagegen besaß noch die »Haskolo~Kritik« mit ihrem persönlichen und polemischen Ton einen großen Einfluß, während gleichzeitig die europäische Kritik mit ihren Untersuchungen des gedanklichen Inhalts einzudringen begann. Und da erschien Baal Machschuwes in der jiddisch-literarischen Welt, und setzte die Untersuchungsmethoden der »europäischen« Kritiker in der hebräischen Literatur fort, Mir scheint jedoch, daß ein Kritiker der schönen Literatur sich weniger mit dem gedanklichen Inhalt, als mit dem Erkennen und Werten des ästhetisch Wesentlichen zu beschäftigen hat Ein Kritiker für Kunst und schöne Literatur muß selbst Künstler sein, zumindest jedoch das große Empfinden des schaffenden Künstlers in sich tragen, daß bei ihm das Betrachten des Kunstwerkes neue künstlerische Eindrücke hervorrufe, wie es die Beobachtung des Lebens beim schaffenden Künstler getan haben. Der wahre Kunstkritiker hat nicht, oder nur nebenher die soziologischen Erscheinungen in der Literatur zu beobachten; vielmehr muß er suchen, dem Schaffen bis in seine Gründe nachzuspüren und es begrifflich so nah wie möglich zu fassen. Auf den ersten Blick sieht es aus, als ob diese Postulate an die Kunstkritik zu den Forderungen von Unmöglichkeiten gehören. Denn wie darf man, so wird jeder Künstler fragen, das unbewußte Schaffen des Künstlers in enge Regeln einzwängen? Dadurch wird ja der wahren Kunst der Boden entzogen. Viele werden dabei die Gelegenheit ergreifen, um billige Phrasen über die Erhabenheit, Tiefe und Heiligkeit des unbewußten Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker

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