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Die Freistatt · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. 235

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Article
Von der literarischen Kritik in der ostjüdischen Literatur
Date
1914-07-01
Page
235 (sequence 1)
Language
German
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J. A. tcmtateki, Von der literarischen Kritik in der o^uduclicii Literatur 23$ : lif.iiiHHHitHiiHiiiiitfifniiiiiiifniiifiiiiiiijiiiiiiifnifiiiiiiiuniin VON DER LITERARISCHEN KRITIK IN DER OSTJÜDISCHEN LITERATUR i I |IE Zeitung hat bei uns das Buch erdrückt. Im Verhältnis znf dem hilligen Gerede über unsere Aufwärts-Bntwicklung erscheinen in unserer literarischen Welt nur sehr wenig neue und originelle Bücher. Alle Kräfte unseres Unternehmertums und unserer Schriftsteller hat das Zeitungswesen aufgesogen. Unser heutiger jüdischer Büchermarkt hat sich fast ganz von der Presse abhängig gemacht. Man sammelt die Skizzen, Novellen, Feuilletons und Artikel* die für die Tageszeitungen geschrieben, in diesen auch erschienen sind, und gibt sie als Bücher unter dem allgemeinen Titel aSchriften* oder »Kleine Schriften« heraus. Und so ist unser Büchermarkt eigentlich in der Hauptsache eine Häufung von »gesammelten Schriften«. Diese Erscheinung ist bezeichnend genug für die augenblickliche Lage unserer Literatur. Die Tatsache allein, daß sie zu einer Literatur von gesammelten Zeitungsartikeln geworden ist, sagt uns viel über ihren Inhalt und Wert. Arbeiten, welche nur im und für den Augenblick geschrieben wurden, ihr Verfasser mag auch wie begabt sein, können in der Regel nur Tageswert haben: Nur selten verdienen solche Gelegenheitsdinge durch Verewigung in einem Buche der Vergessenheit entrissen zu werden. Zu der schlimmen Art solcher Bücher geboren auch die »Schriften« von Baal Machschuwes, besonders der drifte Band. Daß ich gerade an ihm demonstriere, hat seinen guten Grund, weil der dritte Band die kritischen Fähigkeiten dieses ostjüdischen Kritikers besonders kennzeichnet. Baal Machschuwes nahm eine lange Zeit, und nimmt auch heute noch einen hervorragenden Platz in unserer Literatur ein. Sein Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker

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