Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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greß uncbJewish Agency an diesem größten Wendepunkt jüdischer Geschichte, den wir jetzt durchleben, eine weltpolitische Rolle spielen. Eins ist dabei bisher wenig beachtet worden. Agency und Zionisten werden, wenn sie — wie zu hoffen ist — in irgendeiner Weise ihr höchstes Ziel erreicht haben, in gewissem Sinne ihren bisherigen Lauf vollendet haben. Sie werden nicht verschwinden, sie sind weiter nötig, aber sie werden eine andere Stellung einnehmen. Zur Zeit sind sie die Protagonisten, die Vertreter, der Judenheit bei der Staatswerdung, der Jischuw ist ein wichtiger Teil von ihnen, in einer Hinsicht der wichtigste, denn der Jischuw und er allein hat, wenn es soweit ist, den Judenstaat darzustellen. Kommt es zur Staatsbildung, so ist der neue Staat — wie klein er auch sein mag — die einzig völkerrechtlich anerkannte Stelle, die jüdisch ist. Damit sind dann die Rollen vertauscht. Der Jischuw ist selbständig geworden und hat einen anderen und höheren Status als Agency oder Zionisten. Noch auf lange hinaus werden diese eine Rolle in Palästina spielen, da sie wirtschaftlich und geistig die Kräfte des Landes auffüllen werden. Aber alles, was das neue Gemeinwesen im Innern aufbaut oder nach außen vertritt, kommt aus seiner eigenen souveränen Entschließung. Um so mehr haben die Faktoren, die jetzt noch die einzigen Vertreter der Judenheit sind, die Aufgabe, die Zukunft vorzubereiten. Dazu gehört die 352