Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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muß sich vergegenwärtigen, daß es sich bei ihnen nicht um ein Volk handelt, das schon im Lande ist, sondern das erst im Begriff ist, in das Land zu kommen. Ein Teil des Volkes ist schon da — der Jischuw, und es ist sehr wesentlich, daß dieser jüdische Volksteil jetzt schon mit 400 000 eine Stärke erreicht hat, die zu einer Staatsbildung ausreicht. Die ganze Südafrikanische Union hat kaum zwei Millionen europäische Einwohner, ihre einzelnen Bestandteile haben ebenso wie Neuseeland oder die einzelnen australischen Staaten schon staatliche Organisation besessen, als sie kaum mehr als 400 000 Einwohner hatten, Neufundland — ein Dominium — bleibt heute noch mit seiner Bevölkerung weit hinter dem Jischuw zurück. Wichtig ist nur die Frage, wieviel vom Jischuw in den neuen Staat hineinkommen soll. Hier ist der Plan der Peel- Kommission ungünstig. Festzuhalten ist aber, daß die Zahl der Juden in Palästina zu einer Staatsbildung an sich ausreicht. Der Jischuw bildet mit den jüdischen Organisationen, die ihn ins Land bringen, eine Einheit. Hinter dem Bestreben, in Palästina ein jüdisches Gemeinwesen — nichtstaatlich oder staatlich — zu errichten, steht die Judenheit der Welt, zusammengefaßt in Jewish Agency und Zionisten. Diese sind die Verhandlungspartner, mit denen sich England und der Völkerbundsrat zu verständigen haben, um das Bild der Zukunft zu haben, ohne das Entscheidungen nicht gefällt werden können. So kommt es, daß Zionistenkon- 35l