Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 21)
- Language
- German
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Kategorien entzieht. Erforderlich ist, daß die Faktoren eines Staates: Land, Leute, Macht bei einander sind, d. h. daß auf einem umgrenzten Raum eine Regierungsorganisation hergestellt ist, die als solche anerkannt ist. Es reicht nicht aus, wenn England mit dem Völkerbundsrat einig wird, es muß auch die Bereitwilligkeit derer vorliegen, die den neuen Staat oder die neuen Staaten — es gibt kein passenderes Wort: betreiben sollen. Daher die angestrengten Bemühungen, mit Juden und Arabern zu einem Abkommen zu gelangen. Ein Staat kann einem Volk nicht aufoktroyiert werden, es muß ihn wollen. Deshalb ist die Einigung mit Juden und Arabern und wenn es möglich ist, der Juden und Araber untereinander, für England und den Völkerbund eine nicht zu umgehende Vorbedingung für die Lösung der gegenwärtigen Krise. An sich sollte genügen, wenn das Volk, das auf dem Boden des projektierten Staates sitzt, sich organisiert oder organisieren läßt und der Neubildung zustimmt. Bei Juden wie Arabern hat das seine Schwierigkeiten. Bei den Arabern ist bereits — Transjordanien — das Fragment eines Staates vorhanden, dessen Ausdehnung in Frage kommt. Es spielen aber Bestrebungen außerpalästinensischer Araber hinein, die zwar rechtlich nicht mitzureden haben, wohl aber stimmungsmäßig und weltpolitisch einen Druck ausüben. Bei den Juden liegt es auch hier — wie stets, wo sie in Frage kommen — absonderlich. Man 350