Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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besondere auch für Transjordanien. Die Vereinigten Staaten sind deshalb in der Lage, in gewissem Umfang auf England einen Druck auszuüben. Ob das geschieht, dürfte von innerpolitischen Erwägungen abhängen. Solange nicht eine volle Einigung aller Faktoren über den Neubau der Dinge erfolgt ist, kann der Abbau des Bisherigen nicht vorgenommen werden. Dazu reicht die Einigung der Faktoren, die das Mandat zustandegebracht haben, nicht aus. Der Völkerbund hat bei der Konstellation, wie sie damals war, England das Mandat geben können. Wenn es sich jetzt darum handelt neue Staaten zu errichten, so tritt hier ein ganz neuer Faktor in das rechtliche Blickfeld: das zukünftige Staatsvolk. Ohne Mitwirkung der Bevölkerung, die das Staatsvolk bilden soll, läßt sich ein Staat nicht errichten. Verwaltungen können eingerichtet, Verfassungen gegeben werden, wenn niemand da ist, der sie führt und anwendet, schweben sie in der Luft. Im Irak und Syrien ist die Organisation der Bevölkerung bereits da, in Palästina ist es nicht gelungen, sie so zu schaffen, daß daraus ein Staat hervorgehen könnte. Sucht man in den Lehrgebäuden des Staats¬ oder Völkerrechts das Kapitel der Entstehung neuer Staaten, so wird man wenig finden. Georg Jellinek hat Recht, wenn er sagt, daß die Gründung eines Staates ein Vorgang faktischer Art (eine nationale Tat) ist, die sich der Einordnung in juristische 349