Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Die im Rat des Völkerbundes sitzenden Staaten sind in der Lage, ihre Zustimmung von der Erfüllung von Voraussetzungen abhängig zu machen, die sie für wesentlich halten. Schon ist bekannt, daß eine Reihe katholischer Staaten sich mit dem Vatikan wegen der Frage der Sonderstellung der Heiligen Stätten bei einer Neuregelung in Verbindung gesetzt haben. Auch die Frage des Wiederauflebens der Kapitulationen wird mit Sicherheit auftauchen, wie sie gelöst wird, wird davon abhängen, welche Garantien für moderne Rechtspflege für die Zukunft gegeben werden können. Die Frage der Aufrechterhaltung der Offenen Tür ist identisch mit der Frage, ob die staatlichen oder nichtstaatlichen Gebilde auf dem jetzigen Mandatsgebiet handelspolitische Autonomie haben sollen oder nicht. Bei der Frage der Abgrenzung eines etwaigen jüdischen Staats wird seine Aufnahmefähigkeit für Einwanderer eine Rolle für die Entschließungen solcher Staaten spielen, die ein Interesse haben, ihren jüdischen Massen die Möglichkeit einer Abwanderung größeren Stils zu sichern. Es ist deshalb bedeutsam, daß Polen dem Völkerbundsrat angehört. Die Vereinigten Staaten, die außerhalb des Völkerbundes stehen, haben an sich nicht mitzureden. England ist aber ihnen gegenüber gebunden, grundsätzliche Abänderungen des Mandats, die die Stellung amerikanischer Bürger ändern könnten, nicht ohne ihre Zustimmung vorzunehmen; Das gilt ins- 348