Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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weis auf die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina und gebrauchte den unbestimmten Ausdruck eines nationalen Heims i n Palästina. Die zwei Vorbehalte, die damit verbunden waren, haben ihre Geltung bis heute behalten und sind für das Judenproblem charakteristisch. Die Rechte und der politische Status der Juden in anderen Ländern sollte durch die Errichtung des Nationalheims nicht beeinträchtigt werden. Ein wesentlicher Vorbehalt. Es sollte damit verhütet werden, daß die Herstellung eines spezifisch jüdischen Gemeinwesens Anlaß bieten könnte zur Herauslösung der Juden aus ihren Wirtsvölkern auch dort, wo sie sich völlig assimiliert glaubten. Die Entwicklung der letzten Jahre läßt uns diesen Vorbehalt heute anders sehen. Der zweite Vorbehalt besagt, daß die bürgerlichen und religiösen Rechte der vorhandenen nichtjüdischen Bevölkerung in Palästina nicht beeinträchtigt werden dürfen. All das ist in das Mandat übernommen. So wie die Juden sich darauf berufen können, daß sie, wie es formuliert worden ist, on right and not on sufferance (von rechtswegen und nicht geduldet) nach Palästina kommen, so können sich die Araber auf die Gewährleistung ihres Status berufen. Die Errichtung des nationalen Heims wird in mehreren Einzelbestimmungen des Mandats behandelt. Mandatsmacht soll die politische, administrative und wirtschaftliche Lage des Landes so gestalten, daß die Errichtung des Nationalheims gesichert ist. Jüdische Einwanderung soll erleichtert werden, 344