Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Das eine sind die Araber, das andere die Juden. Daß es für die jüdische Ideologie und das Gefühl weiter nichtjüdischer Kreise eine Heimkehr in das alte Land bedeutet, ändert nichts an der Tatsache, daß für die Araber, die nunmehr auch seit unvordenklichen Zeiten im Lande sitzen, dieser Zustrom der Juden sich als die Gefahr einer Zurückdrängung darstellt. Zwischen den beiden Bevölkerungen soll die Mandatsmacht Ausgleich und Harmonie hersteilen. Sie hat also hier eine weitere Aufgabe als sie sonst eine Mandatsmacht hat. Sie hat eine Treuhänderschaft doppelter Art, sie soll die vorhandene Bevölkerung betreuen, bis sie zu staatlicher Selbständigkeit reif ist, und sie soll das Land fähig machen, geschlossene jüdische Siedlung aufzunehmen. Es ist verschiedentlich gesagt worden, England habe in Palästina eine doppelte Rolle zu spielen, einmal die des Mandatars im eigentlichen Sinne und ferner die des Verwalters für ein abwesendes Volk. Man darf nicht vergessen, daß, wenn an das Verhältnis der Juden zu Palästina gedacht wird, nicht nur die immerhin schon zahlreichen, die jetzt schon dort sind, in Betracht kommen, sondern die so vielfach zahlreichere ideelle Gesamtheit der Juden in der Welt, die an Palästina Anteil nimmt und von der große Teile darauf hoffen, im Heiligen Lande ihre Heimat zu finden. Die Balfour-Deklaration, die eigentliche Grundlage aller jüdischen Ansprüche, vermied den Iiin- 343