Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1938-01-01 · 31 (1938) · p. Seite 343

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
31 (1938)
Article
Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
Date
1938-01-01
Page
Seite 343 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3111067-3111128-3119360--8206-3119751
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das eine sind die Araber, das andere die Juden. Daß es für die jüdische Ideologie und das Gefühl weiter nichtjüdischer Kreise eine Heimkehr in das alte Land bedeutet, ändert nichts an der Tatsache, daß für die Araber, die nunmehr auch seit unvordenklichen Zeiten im Lande sitzen, dieser Zustrom der Juden sich als die Gefahr einer Zurückdrängung darstellt. Zwischen den beiden Bevölkerungen soll die Mandatsmacht Ausgleich und Harmonie hersteilen. Sie hat also hier eine weitere Aufgabe als sie sonst eine Mandatsmacht hat. Sie hat eine Treuhänderschaft doppelter Art, sie soll die vorhandene Bevölkerung betreuen, bis sie zu staatlicher Selbständigkeit reif ist, und sie soll das Land fähig machen, geschlossene jüdische Siedlung aufzunehmen. Es ist verschiedentlich gesagt worden, England habe in Palästina eine doppelte Rolle zu spielen, einmal die des Mandatars im eigentlichen Sinne und ferner die des Verwalters für ein abwesendes Volk. Man darf nicht vergessen, daß, wenn an das Verhältnis der Juden zu Palästina gedacht wird, nicht nur die immerhin schon zahlreichen, die jetzt schon dort sind, in Betracht kommen, sondern die so vielfach zahlreichere ideelle Gesamtheit der Juden in der Welt, die an Palästina Anteil nimmt und von der große Teile darauf hoffen, im Heiligen Lande ihre Heimat zu finden. Die Balfour-Deklaration, die eigentliche Grundlage aller jüdischen Ansprüche, vermied den Iiin- 343

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.