Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 13)
- Language
- German
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geführt, daß es mit der einheimischen Gewalt, die sich dort erhoben hatte, ein Bündnis schloß. Im Innenverhältnis beriet England Irak, während es nach außen hin dem Völkerbund gegenüber die Gewähr dafür übernahm, daß die allgemeinen Grundsätze moderner Regierungsführung, wie sie die Mandate vorsehen, zur Anwendung gelangten. Seither ist denn auch Irak aus der losen Mandatsvormundschaft entlassen und selbständiger Staat geworden. Auch in Syrien ist die völlige Emanzipation der in der Zwischenzeit gebildeten einheimischen Staaten im Gange. So bleibt von den Mandaten Vorderasiens nur Palästina übrig. Es ist das Land, wo sich in Folge der besonderen Verhältnisse ein Ende des Provisoriums nicht so bald absehen läßt. So ist die arabische Bevölkerung des Landes, die an Kultur und Intelligenz der vom Irak und Syrien nicht nachsteht, einer Selbständigkeit beraubt, die die nächsten Nachbarn bereits besitzen oder in Kürze besitzen werden. Hierin liegt eine der Hauptschwierigkeiten der gegenwärtigen Lage. Die Wurzel dieser Schwierigkeiten liegt in der doppelten Verpflichtung, die das Palästina-Mandat enthält. Bei den andern Mandaten hat man es jeweils mit einer, nämlich der Vorgefundenen, alteingesessenen Bevölkerung zu tun. In Palästina handelt es sich um zwei Bevölkerungen, die aktuelle, gewissermaßen die Urbevölkerung, die im Lande sitzt und die virtuelle Bevölkerung, die in das Land hineingebracht werden soll. 342.