Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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litische Herrschaft führen solle, bis dieses zu eigener Betätigung reif geworden sein würde. Darin lagen die weiteren Gedanken, der tutela (Erziehung und Vormundschaft) und des Schutzes. Das gab den Inhalt. Die Legitimation zur Ausübung dieser so umschriebenen Tätigkeit mußte der Völkerbund geben, der das Mandat, den Auftrag und die Vollmacht erteilte, von dem das Ganze den Namen hat. Die historische Entstehung ist von der juristischen Formulierung zu scheiden. Die Gebiete, auf die sich die Mandate des nahen Ostens erstrecken, (Palästina, Syrien, Irak) sind von der Türkei an die alliierten Hauptmächte abgetreten worden. Zwischen diesen bestanden Abmachungen über Interessensphären, andrerseits lagen Erklärungen über Uneigennützigkeit vor. Aus diesem Dilemma bot der Mandatsgedanke einen Ausweg. Man übernahm eine provisorische Herrschaft und unterstellte sich mit ihr der gedachten Gesamtheit der Völkergemeinschaft, d. h. dem Völkerbund. Damit waren dann Bindungen eingegangen, deren Vorhandensein sich jetzt, wo eine Liquidation des Bestehenden stattfinden soll, fühlbar macht. Die Unterstellung der Mandate unter den Völkerbund ist ganz wörtlich zu nehmen. Die alliierten Hauptmächte haben sich in langen Verhandlungen über die Abgrenzung der Mandatsgebiete und den Inhalt der Mandate geeinigt und haben erst ihre abgeschlossenen Abmachungen vom Völkerbundsrat bestätigen und übernehmen lassen. Außerdem 338