Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ermöglicht, immer wieder neue Minoritäten schafft. Galut bleibt Galut, niemand weiß, nach wie vielen oder wie wenigen Generationen die Wanderschaft neu anheben wird. Deshalb ist die Wiederherstellung eines jüdischen Gemeinwesens in Palästina etwas qualitativ anderes, als die Herstellung an jeder anderen Stelle des Erdballs. Sie ist endgültig, eine Rückkehr zum Ursprung: R i t o r n a r al Segno. Die Bedeutung der Balfour-Deklaration besteht darin, daß diese Beziehung der Judenheit zu Palästina ausdrücklich anerkannt worden ist. Das ist nicht nur von England selbst geschehen, sondern auch durch die „alliierten und assoziierten Mächte“ (Frankreich, Italien, USA und Japan). Der Völkerbund hat im Vorspruch des Mandats die historische Verknüpfung des jüdischen Volks mit Palästina anerkannt und der Mandatsmacht die Verantwortlichkeit für die Verwirklichung der Balfour-Deklaration auferlegt. Seitdem ist ein halbes Menschenalter vergangen. Der Peel-Bericht, dessen Vorschläge das englische Kabinett sich zu eigen gemacht hat, leitet eine neue Epoche ein. Das erste Kapitel der Entwicklung, die mit der Balfour-Deklaration einsetzte und das überschrieben werden kann: „Nationalheim und Mandat“ soll abgeschlossen werden, eine neues Kapitel soll beginnen: der selbständige jüdische Staat. Wir wissen, daß die völkerrechtliche Rangerhöhung um den Preis räumlicher Verengung erkauft werden soll. Von den Problemen, die damit Zusammenhängen, 335