Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 5)
- Language
- German
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verdrängen, und einige Generationen lang hat auch ein christliches Königreich Jerusalem bestanden. Es ist der gesamten Christenheit nicht gleichgültig,* wer das Regiment im Heiligen Lande führt und wie es geführt wird. So ist das Problem der Wiedereinsetzung Israels von vornherein durchkreuzt durch die ideellen Ansprüche, die in gewisser Beziehung Christentum und Islam auf eben dieses Land machen. Logisch und praktisch ist auch eine andere Lösung denkbar, die das Judenproblem nicht mit den Problemen der Heiligen Stätten belastet, nämlich die Herstellung einer jüdischen Gemeinschaft auf einem anderen freien Boden als gerade Palästina. Das war der Sinn des Angebots Ugandas an die Zionisten. An sich wäre eine geschlossene Siedlung von Juden auf einem freien Raum, der etwa aufzufinden wäre, genau so gut möglich, wie sie seiner-, zeit Jahrhunderte lang in Babylonien bestanden hat. Nur würde einer solchen Siedlung der innere Schwung fehlen, der mit dem Gedanken, im alten Lande den neuen Staat zu errichten, verbunden ist. Als Ventil für den Abfluß von Massen, die sich in ihren bisherigen Sitzen nicht halten können, ist die Wanderung nach jedem Punkt der Erde, wo Platz zu finden ist, berechtigt und mag immer notwendig bleiben, wenn Palästina, wie zu befürchten ist, nicht für alle Raum hat. Man muß sich aber klarmachen, daß die Abwanderung in andere Länder, falls sie nicht einigermaßen geschlossene Siedlung 334