Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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wendig, die Gründe der Problematik im einzelnen zu erörtern, es genügt der Hinweis darauf, daß Verbundenheit mit dem Boden und Beteiligung an der Urproduktion nur in geringem Umfange erfolgt sind, und daß die Verschiedenheit der sozialen Schichtung zu einer Zusammenballung in verschiedenen Berufen und an einzelnen Punkten geführt hat, die soziale Reibungen mit sich gebracht hat. Die Ideologie, die die Rückkehr ins Heilige Land wenigstens in dem Wunsche des Sederabends aufrechterhalten hat, trifft zusammen mit dem sehr realen Bedürfnis, den Unzuträglichkeiten der Gegenwart in den Wirtsländem zu entgehen und mit dem Verlangen großer Schichten der Bevölkerung der Wohnländer nach einer Aufhebung der Symbiose. Der Raum, der für die Wiederherstellung von Volk und Staat in Anspruch genommen wird, ist der einzige, mit dem sie durch Religion und Tradition verbunden sind: Palästina. Eben dieser Raum ist im Getriebe der Wanderungen und Schichtungen der Völker seit nunmehr auch bald vierzig Generationen von den Arabern besetzt. Das Problem liegt aber nicht nur so, daß zwischen Juden und Arabern die Auseinandersetzung über den Platz stattzufinden hätte, eine ganze Welt ist irgendwie an diesem Fleck Erde interessiert, der auf engem Raum die heiligen Stätten dreier Religionen birgt. Schon einmal haben Orient und Okzident um diese Stätten gerungen. Durch die Kreuzzüge suchte das christliche Europa den Islam aus Palästina zu 333