Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiederherstellung eines eigenen Staates endgültig begraben schien. Es folgten sechzig Generationen der Wanderung und Zerstreuung. Das Schicksal der Juden unterscheidet sich wesentlich von dem anderer Völker, die längere oder kürzere Zeit staatlicher Selbständigkeit entbehrt haben. Irländer wie Griechen haben trotz starker Wanderung doch immer die Verbindung mit dem angestammten Boden der Väter festhalten können, selbst die so stark verstreuten Armenier haben immer einen festen Kern im alten Lande bewahrt. Bei den Juden war die Verbindung mit der alten Heimat gänzlich zerschnitten, nur Splitter blieben als geduldete Fremdlinge im Lande der Väter. Wenn andere Völker ihre Staatlichkeit wiedergewannen, hatten sie sich über den Raum, wo das zu geschehen hatte, mit andern Völkern wenig auseinander zu setzen. Fläche und Menschen waren bei einander geblieben. Den Juden ist in sechzig Generationen der Zerstreuung mit dem Heimatboden auch die eigene Sprache verloren gegangen. Das mächtige Bindeglied, das sonst ein Volk eint, fehlt bei ihnen. Das gehört zu den Dingen, die bei dem Ritornar al Segno wieder erlangt werden müssen, damit die Nation wieder voll lebendig werde. In den letzten vier bis fünf Generationen bestand in weiten Bezirken die trügerische Hoffnung, in andern Völkern aufgehen zu können. Das war die Bewegung der Assimilation, geboren aus der 331