Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 1)
- Language
- German
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Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina Von Hans Kalisch. Macchiavell spricht an einer berühmten Stelle der Discorsi vom Ritornar al Segno, der „Rückkehr zum Zeichen“. Er versteht darunter die Erfahrung, daß ein Volk in einer Krise sich auf sich selbst besinnt, zu den Quellen seines Ursprungs zurückkehrt und in gewissem Sinne von neuem anfängt. Das soll keine Reaktion im Sinne des Rückwärtsgehens sein, sondern eine Neubelebung, eine Besinnung aut das „Gesetz, nach dem man angetreten“. Die tiefsinnige Lehre ist verschiedentlich bei der Betrachtung der Renaissance, was ja wörtlich Wiedergeburt bedeutet, angewendet worden. Die Renaissance ist keine einmalige Erscheinung, es hat ihrer manche im Völkerleben gegeben. Eine Renaissance war die Entstehung des neuen Griechenlands im Anfang des vorigen Jahrhunderts. Das gleiche gilt für Irland. Auch, was jetzt in der Judenheit vorgeht, ist unter dem Gesichtspunkt des Ritornar al Segno zu sehen. Fast neunzehn Jahrhunderte sind seit Vernichtung des jüdischen Staatswesens vergangen, fast achtzehn Jahrhunderte, seit mit dem Zusammenbruch der Erhebung Bar Kochbas die letzte Hoffnung auf 330