Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus der Frühzeit Robert Remaks
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 5)
- Language
- German
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allmähliche Vorgehen seines Gönners nur zerstörend eingreifen konnte. Vorgeworfen wurde ferner in der damaligen mäkelsüchtigen Kleinstadt dem Vater Roberts bisweilen seine mit Stolz betonte Behauptung, daß er von den portugiesischen Sephardim abstamme, was einzelne posner Juden mit überlegnem Spott bezweifelten.* 6) Im übrigen aber war er in Posen in allen Kreisen beliebt. Sowohl in der Bürgerschaft im allgemeinen wie speziell bei seinen Patienten. Ferner aber, als geistvoller liebenswürdiger gefälliger Mensch, auch bei seinen jüdischen Kollegen, die laut posner Adreßbuch vom Jahre 18357) aus den Doktoren der Medizin Fließ, Freudenreich, Grunwald, Lasker und Neustadt bestanden. Eigentlich gehörten hierzu auch noch die beiden weit bekannten Medizinalräte Cohen und L e v i - s e u r, die zwar evangelisch getauft waren, aber von je vier jüdischen Großeltern und jüdischen Eltern abstammten. Dr. Siegfried Remak hatte sich ärztlich eng an die beiden Herren angeschlossen, von denen sein Sohn Robert auch noch während seiner Studienzeit stets nie anders als von seinen „väterlichen Freunden“ sprach.8)- ü) A. Kronthal: „Der Name Remak“. Jüd. Fam.-Forsch. Berlin. 1937. Heft 47. 7) Preuß. Staatsbibliothek. Berlin. Sz. 11648. 8) Cohen, der 1796 geboren war, nannte sich von 1841 ab „Cohen van Baren“9), und der .Medicinalrat Leviseur10), dessen Nachkommen sich „le Viseur“ schrieben, war der Sohn eines Moses Levy in Kassel, der im Jahre 1808 unter der Regierung des Königs Lustik seinen Namen in Leviseur 290