Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus der Frühzeit Robert Remaks
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 4)
- Language
- German
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seinen Vater und dann über die Frühzeit Robert Remaks selbst folgendes herausgegriffen: Sein Vater, der praktische Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer Dr. Julius Siegfried Remak, war in dem Verzeichnis der nach dem Gesetz von 1833 naturalisierten Juden der Stadt Posen (Staatsarchiv. Posen. C. XVIII. 67 und preußische Staatsbibliothek. Ez 9708) schon am 8. September 1834 (unter Nr. 424) eingetragen.") Obschon als tüchtiger Arzt allgemein anerkannt, wurde er doch von seinen jüdischen Kollegen nicht gern als Gonsiliarius zugezogen, da er als ein unnachgiebiger, auf der einmal gefaßten Meinung stets fest beharrender Charakter galt. Vielleicht ist es als eine ererbte Wiederholung dieses Wesenszuges in seinem Sohne Robert zu betrachten, wenn wir aus den Briefen Humboldts, dieses damals über 70 Jahre alten greisen Gelehrten (s. Anm. 1) erfahren, daß er im Kampfe für seinen Schützling Remak die Front nach zwei Seiten richten mußte: in der Hauptsache gegen den Widerstand der Regierung, zugleich aber auch gegen das Ungestüm Robert Remaks. Denn dessen treibender Hast ging eben nichts schnell genug. Auch wollte er sich durchaus nicht davon überzeugen lassen, daß die von ihm einmal in Aussicht genommene Taktik gegenüber dem Minister nicht nur unzweckmäßig, sondern direkt schädlich sei, so daß sie auf das — auf ein weitgestecktes Ziel abgestimmte — ruhige 5) Mitteilung Dr. Jacob Jacobsons. Ges. Arch. d. Juden i. Dtschld. 3583/37. 19 289