Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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zähle auf keinen der Weisen in Israel, besonders unter denen von moderner Bildung, und habe meine Rechnung mit ihnen abgeschlossen. Schmerzlich ist es mir zwar, den Regenerationsakt des neuen Jahrhunderts mit einer solchen Abweichung und einer so totalen Verfinsterung und Unkenntnis des Wesens unserer Lehre und Bestimmung beginnen zu sehen. Allein ich sehe gleichwohl, daß meine Mittel zu schwach, meine Darstellung zu unklar, zu wenig eindringend und überzeugend sein muß. Wenn der Herr Dr. Samuel Hirsch von mir behauptet, ich sei der Einzige, der es unternommen, die Offenbarungslehre mit der Unvernunft zu identifizieren, so muß ich dagegen gestehen, daß mir entweder alle Fähigkeit abgehen muß, meine Gedanken deutlich auszudrücken, oder ihm ein totales Unvermögen, etwas zu sehen, was seitwärts unter dem Focus seiner philosophischen Brille liegt. — Sowas ist nicht angenehm, besonders wenn man sich bewußt ist, in reinster Absicht und mit vieler Aufopferung und Treue gearbeitet und einen Weg angebahnt zu haben, den soviel andere eben vor mir nicht betreten haben. ’ Was Sie mir über Riesser schreiben, ist leider nur zu wahr. Ich habe es an ihm recht äugenscheinlicli gesehen, daß das 2מתוך שלא לשמה) nicht für die Länge Bestand hat. Man muß eine Sache aus ihrem Zentrum heraus vertreten, jede seitliche oder peripherale Stellung macht einen üblen Effekt. Die Verteidigung unserer Menschenrechte vom allgemeinen Standpunkte aus ist gewiß ein sehr ver- 283