Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 21)
- Language
- German
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V. Altona, 15. August 1842. Sehr werter Freund! Durch einen Sekretär des Zentralkonsistoriums der israelitischen Gemeinden Frankreichs in Paris, Herrn Simon Bloch, wird mein Vorsatz, Ihnen erst nächsten Monat auf Ihren Brief zu antworten, wie so manches durch Interventionen erst schwankend, dann gänzlich zugunsten des Überbringers entschieden. Ihr Schreiben, Verehrter, hat mich tief gerührt! Es ist nicht anders, schau mich an, wie du willst! Es hat der Meister in Israel von jeher sein Kreuz schleppen müssen, und das muß er noch heute. Der gesuchte Edelstein heißt Saphir, und Saphir ist nur ein Paradigma aller frivolen Geistreichelei und der ganzen großen Gedankenkomödien und Witzkunstreitereien von A bis Z.1) Dahin sind alle Augen, alle Herzen gewendet; für diese Späße hat man Zeit und Geld und nicht für Ihre Sachen. Das Gleiche sucht das Gleiche, wird durch Gleiches erkannt — sagte der alte Tarentiner־) und gab damit den Schlüssel zur Lösung aller Kreuzträgereien in dieser Wolken- und Sonnenschein weit. Sie sehnen sich nach mir. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie das wohl tut. Wenn man doch nur von einem Manne weiß, der sich im Geiste zu uns herwünscht! Offengestanden, ich habe darangezweifeit, daß sich eine solche Sehnsucht nach mir irgendwo 268