Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 3)
- Language
- German
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in den Zunzschen Tagebüchern jeder eine Datierung ermöglichende Hinweis.fehlt; wahrscheinlich dürfte die Bekanntschaft auf einer der Zunzschen Reisen nach Hamburg (1815, 1818, 1821, 1822) zustandegekommen sein. Die Korrespondenz der ersten Jahre, insbesondere der für Zunz durch Berufssorgen sehr kritischen Zeit 1833—1835 bis zu der Berufung nach Prag, deren Vorgeschichte S. Maybaum (12. Bericht der Lehranstalt von 1894) beschrieben hat, zeigt warme Anteilnahme und Hilfsbereitschaft Steinheims, der mit Rießer zusammen gemeinsame Frankfurter Freunde für Zunz — leider erfolglos — zu mobilisieren versuchte. Charakteristisch lauten Zunzens Klagen, die wir ähnlich schon aus anderen Briefveröffentlichungen dieser Jahre gehört haben: ״Hier (sc. in Berlin) ekelt mich alles an, auch kann ich es nicht länger so aushalten, der kleine Vorrat geht zu Ende und kein reicher Jude unterstützt die Wissenschaft. Ich hatte es früher nicht geglaubt, daß ein Mensch> der etwas gelernt hat, so schwer den kümmerlichen Unterhalt findet“. (Brief vom 21. Juli 1833.) Steinheim antwortet (12 August 1833) in für ihn ebenso charakteristischer Weise: ״Weil Sie, Teuerster, noch kein Publikum inter nostros für andere Zwecke als handwerkliche und Emanzipationsangelegenheiten im Allgemeinen (die ich damit nicht verachten will) finden, darum Ihre unerhört mißliche Stellung und daher die trübseligen Aussichten. Hätten die Neueren mehr Religion und die Alten weniger Wust, so wäre uns 250