Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3111067-3111128-3119357--8109-3119657- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
a 3ז:' ו! 1 ן;: ä ו׳ r:$;•! glucks veranlaßte. Die späteren hier nicht veröffent lichten Briefe aus der römischen Altersruhe unterscheiden sich von den Briefen der früheren Zeit dadurch, daß sie zumeist vollgepackt mit gelehrten Anfragen sind, die sich auf die hebräische Philologie beziehen. Ihre Streitlust ist im übrigen unverändert, auch Stellungnahmen zu den Zeitereignissen (1848) fehlen nicht. Steinheim (1789—1866) und Zunz (1794—1886) umspannen mit ihrem Leben den größten Teil des 19. Jahrhunderts. Sie gehören zu der jüdischen Generation, der im Kampf um die angemessene Durchführung der Emanzipation die Antwort auf die Frage aufgegeben war, wie die eigene Existenz als eine wesenhaft jüdische im neuen Lebensraum zu behaupten und zu vertreten sei. Beide — Zunz im wesentlichen rückwärts gewandt, um durch Erschließung der jüdischen Vergangenheit der Gegenwart Halt und Richtung zu geben, Steinheim von der Zeitlage aus um die Aufschließung des ewigen Kerns der jüdischen Glaubenslehre für die Gegenwart bemüht — stehen sie, durch Erfahrungen belehrt, den Impulsen der Zeitgenossen skeptisch gegenüber und geben sich keinen Illusionen über die Resonanzlosigkeit hin, die ihr Bemühen — dank Ungunst der Zeit — mehr oder minder zum Outsidertum werden läßt. Die hier veröffentlichten Briefe geben davon beredte Kunde. « Zu welchem Zeitpunkt sich beide kennen lernten, ist heute nicht mehr auszumachen, zumal auch 249