Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Zum Andenken an Leopold Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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die Priorität Rapoports auf diesem Gebiet hervorgehoben. Zunz sagte im Freundeskreis, daß diesem das erste Verdienst gebühre, diese Wissenschaft in hebräischer Sprache angebaut zu haben, wie Zunz denn auch in dem Vorwort zu den ״Gottesdienstliehen Vorträgen“ (vergl. S. XIII ff.) auf die bahnbrechenden Arbeiten Rapoports verweist (״Jüdische Presse“ vom 7. Aug. 1864). Als Nestor der Wissenschaft des Judentums wurde Zunz natürlich häufig zitiert und zwar in hebräischen Schriften gewöhnlieh ריט״ל (R.J.T.L. Rabbi Jom Tob Lipmann) Zunz. Dazu äußerte er einmal witzig zu dem genannten Professor Berliner, man sollte doch endlich aufhören, an seinem Namen zu ״rittein“. Zunz wohnte von 1858 bis zu seinem Tode in dem Hause Auguststr. 60, zuerst im ersten Stock, seit 1870 im zweiten Stock. Nach dem Tode seiner Frau (18. August 1874) führte zuerst seine Nichte Helene Meyer, später eine andere Nichte, Berenice Bermann, sein Haus. Besuchern, die ihn nach seinem Befinden fragten, pflegte er in seiner kurzen sarkastischen Art zu antworten: ״Mit Nichten“ (nach einer Überlieferung von Felix Liebermann, dem langjährigen Schriftführer des Kuratoriums der Zunz*Stiftung). Einem anderen Besucher (dem Rabbiner P. F. Frankl) gegenüber klagte er einmal, als seine Nichte wohl gerade abwesend war: ״Haman hatte es doch besser als ich, er hat wenigstens zehn Söhne, die ihn bedienen konnten“, worauf der Besucher aber schlagfertig erwiderte: ״Warum ver- 16• 243