Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Wie eine jüdische Gemeinde entstand
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Pinsk 2× ep/1045440
- Wrocław 1× ep/1002369
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einen wichtigen Dienst. Im April 1807 trugen sich die Franzosen mit der Absicht, mit Hilfe der in Breslau erbeuteten Münzslücke preußische Münzen zu prägen. Um dies zu verhindern, ließ Graf Götzen die zum Prägen nötigsten Stücke beiseite schaffen. Die beiden Juden brachten sie, sicherlich unter größter Gefahr, von Breslau durch das feindliche Gebiet nach Glatz,3) wo mit den geretteten Stücken das schlesische Münzamt errichtet wurde. Dieses Münzamt blieb auch nach dem Friedensschluß in Glatz. Am 22. Februar 1809 lieferten, wie das Münzamt mitteilt, außer dem Hauptlieferanten Joachim Pinsk noch folgende drei in und um Glatz sich aufhaltende Juden Silber an das Münzcomptoir, nämlich Joseph Markus Lewy, Schey Nathan Glatzer und Salomon Landsberger. Landsberger ist uns schon bekannt. Joachim Pinsk, der Hauptlieferant, mußte später die Stadt verlassen. Manches spricht dafür, daß Lewy und Glatzer die beiden Juden gewesen sind, die sich im Jahre 1807 durch die Rettung der Münzstücke verdient gemacht haben. Auf das von den Franzosen überwachte Gebiet konnten sie sich nach dieser Tat kaum wagen. So lag es nahe, sie als Silberlieferanten bei dem Münzamt in Glatz zu beschäftigen, das ihnen seine Entstehung verdankte. Auffällig ist auch, daß der eine von ihnen den 3) Vierteljahrsschrift für Geschichte und Heimatkunde der Grafschaft Glatz, vierter Jahrgang: ״Die Belagerung von Glatz im Jahre 1807“ von A. Knötel. 221