Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Wie eine jüdische Gemeinde entstand
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 15)
- Language
- German
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Namen Glatzer trägt.4) Salomon Berger, Markus Lewy und Schey Nathan Glatzer sind die Juden gewesen, die schon vor 1812 in Glatz wohnen durften. Man brauchte sie, um für die Münze Silber einziehen zu lassen, wozu sie als Juden vermöge ihrer Beziehungen besonders geeignet erscheinen mochten. Am 11. März 1812 wird das Emanzipationsedikt erlassen, durch das die Juden die Rechte von Staatsbürgern erhielten. Jetzt war der Weg frei, um auch in Glatz wieder eine jüdische Gemeinde zu gründen. Freilich versuchte die Stadt in alter Zähigkeit noch jetzt Widerstand, und als am 16. Juni 1812 der Zülzer Jude Sachs unter Hinweis auf das Edikt von 1812 das Glatzer Bürgerrecht nachsucht, erklärt der Magistrat, das Privileg der Stadt sei durch das Edikt nicht aufgehoben. Diesmal drang sie mit ihrem Widerstreben nicht mehr durch. Die Entwicklung war schon zu weit fortgeschritten. Sie ging auch über Privilegien hinweg. 4) Glatzer erwarb später in Glatz das Bürgerrecht. 222