Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Wie eine jüdische Gemeinde entstand
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3111067-3111128-3119355--8077-3119627- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachteiliges über Landsberger bekannt geworden war, verfügt sie seine Zurückweisung nach Ziilz; vorher aber solle er gesetzlich bestraft werden, weil er den Polizeibürgermeister Klugmann gröblich beleidigt habe. Wir wissen nicht, was den Magistrat veranlaßte, Landsberger in Schutz zu nehmen, jedenfalls erteilt er ihm am 18. Februar 1800 ein Zeugnis seines Wohlverhaltens. Hierüber gerät der Kriegs־ und Steuerrat Müller in Harnisch. Er schreibt: das Urteil des Magistrats sei ״dem in den hierbey zurückerfolgenden Actis und in dem Schreiben des Herrn Gouverneurs und Excellenz geäußertem Sentiment ganz contrair abgefaßt, und das actenwidrige liege zu sehr zu Tage, um dieses Benehmen in jedem Betrachte nicht völlig mißbilligen zu müssen46. Schließlich sieht sich der Magistrat gezwungen, die ״Expulsion“ über Landsberger zu verhängen. Inzwischen hatte sich Landsberger auf das Gebiet des Rentamtes begeben. Und so berichtet der Magistrat an die Regierung, sie könne Landsberger weder be~ strafen, noch ausweisen. Er wohne auf dem Gebiete des Rentamtes und unterstehe somit der Rentamtsjurisdiktion. Salomon Landsberger blieb, wo er war, und neun Jahre später finden wir ihn unter den zu Glatz wohnenden Juden aufgezählt, die Silber an das Münzamt lieferten. Die Stadt Glatz betrachtete jedoch ihr Privilegium keineswegs als aufgehoben und geriet mit ihrer starren Haltung allmählich in Gegensatz zu der all- 219