Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Wie eine jüdische Gemeinde entstand
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 7)
- Language
- German
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der angibt, daß er durch eine Reihe von Ortschaften, darunter auch durch Glatz, gekommen sei, ohne״daß die Tagegebühr von ihm verlangt worden wäre. Das führt zu Nachprüfungen, und am 5. Oktober 1786 wird der Judenkassenrendant von Glatz zur Rechen• schaft auf gef ordert. Er berichtet, der Jude habe sich entweder nicht gemeldet und zur Zahlung nicht veranlaßt werden können, oder er habe, ohne längeren Aufenthalt zu nehmen, nur eine Glatzer Vor- Stadt berührt. ״Da er aber närrisch seyn soll“, fügt er hinzu, ״so ist seiner Aussage wohl wenig Glauben beizumessen.“ In Breslau aber ist man damit nicht zufrieden und schickt ein Schreiben, das ziemlich Unzweideutig beginnt: , ״Wir möchten bemerken, daß auf das Ein- , lauffen fremder Juden sehr schlecht attendiert wird, und daß die diesfällige Einnahme sich immer mehr verringert.“ Die Behörde droht, dem Kassenrendanten die Juden- Sachen zu entziehen. Das wirkte. Um den Handelsverkehr mit Polen und Mähren zu heben, der dem Lande Nutzen brachte, war den die großen Messen und Märkte besuchenden polnischen und mährischen Juden am 29. Juli 1788 völlige Freiheit von allen Abgaben während ihrer Reise zugestanden worden. Im Jahre 1791 rastete $in Zug solcher Handelsjuden, von der Frankfurter Messe kommend, in Glatz. Aber das Judentagegebühramt ist auf der Hut. Der Rendant fordert die Juden auf, sie zu entrichten. Diese weigern sich, 214