Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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atur der Countess Derby aus seinem Todesjahr bezeugt. In der Alten Pankrazius-Kirche wurde er beigesetzt und nach Graham trug das — nicht mehr erhaltene — Monument folgende Verse seines Schülers Flatman in lateinischer Sprache: ״Englands Apelles, jenseits von allem Beispiel und zugleich aller Vorbild, größter Meister der Miniatur, den höchsten Fürsten Europas bekannt und von ihnen gepriesen und geschätzt“. Eine der verworrensten Epochen der englischen Geschichte hat Samuel Cooper in seinen Porträt- Miniaturen festgehalten. Aber er ist nicht nur ihr getreuer Chroniqueur, er hat auch, wenn wir die Modelle nicht kennten, eine Galerie der Charakterkünde gegeben, ein Abbild menschlicher Leidenschäften; als großen Physiognomiker hat ihn schon Walpole einsichtig gerühmt. Wir kennen solche physiognomische Eindringlichkeit erst hundert Jahre nach Cooper bei Hogarth. Samuel Cooper aber hat die englische Kunst erst englisch gemacht, ihm eignet jene ausgewogene Mischung von Realismus und Idealismus, die typisch englisch ist — Shakespeare! Und nicht ohne Grund hat ihn ein späterer Großmeister der englischen Porträts wie Reynolds aufs^ höchste bewundert. Von Van Dyck war Cooper ausgegangen, aber während seine Zeitgenossen dem großen Meister kritiklos verfielen, während Van Dyck selbst die Engländer überengländerte, hat Samuel Cooper die Anregungen , und Errungen- 205