Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 34)
- Language
- German
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die schwachen Hände wieder Recht geben müssen, es zeugt endlich, daß der sonst streng puritanische Cooper von Prüderie frei war und sogar dem Hof gegenüber mit der Übernahme dieses intimen Malauf träges seine Unabhängigkeit wahrte — denn der Hof nahm an dieser Liebschaft Van Dycks Anstoß und die Königin Marie Henriette verheiratete den Künstler mit ihrem Hoffräulein Maria Ruthven. Ein anderes Frauenbildnis in Männertracht ist die bereits genannte Francis Stuart,* Ehrendame dieser Königin, die spätere Mätresse Karls II., dem sie heimlich entfloh, um den Duke of Richmond zu heiraten. Hamilton nannte sie die schönste Frau ihres Zeitalters. Als Pepys das Bildnis vierzehn Jahre später bei Cooper sah, war die Schönheit des Modells durch Blatternarben entstellt und der Tagebuchschreiber äußert sich über ihren schlechten Ruf. (Die Miniatur der schönen Stuart befindet sich im Reichsmuseum zu Amsterdam.) Cooper hat den prominentesten Geisteshelden des puritanischen Zeitalters gemalt, den Dichter des ״Verlorenen Paradieses“ und des ,,Simson des Kämpfers“, John Milton.* Neuere Kostümkundler bezweifeln die Benennung wegen der Kragentracht, die es im Alter des Dargestellten noch nicht gegeben habe; aber das ist ein etwas vager Begriff und kein ganz stichhaltiger Einwand. Es ist ein köstliches Werk; mit schlichten Mitteln sind die Feinheiten des Munds und des Kinns gezeichnet, und würdig ist das Farbschema: das feingetönte Inkarnat des 196