Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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häufig dem Gegensatz ״Der große Maler im Kleinen“ Ausdruck, so der Oxforder Professor Thomas Alcott auf der Rückseite einer der wenigen Kohlezeichnungen Samuel Coopers, aber auch die Bezeichnung ״Der Fürst der Maler seiner Zeit“ findet sich, und selbst ein Rembrandt-Schüler wie Hoogstraaten schwärmt von den ״Gesichts-Wundern“, die man in Samuel Coopers Porträt-Miniaturen entdecke. Das Selbstbildnis* des Meisters als Achtundvierzigjährigen aus dem Victoria- und Albert- Museum zu London zeigt uns ein ziemlich assimiliertes puritanisches Zeitgesicht mit konziliantem, aber nicht unkritischem Ausdruck. Das Porträt seines Kollegen, des Cromwell-Malers Robert Walker* aus dem Jahre 1644 ist das früheste Werk aus Coopers Schaffensreife, eine Art Gessomalerei auf einer Spielkarte; der Kopf ist in tiefen warmen Tönen gemalt, die Züge sind rötlich-braun in einfachen Linien modelliert, ganz ohne Tüpfel. Anmutig fällt das sorgfältig aber dabei großzügig behandelte Haar, der Blick ist beredt, entschieden der Mund. Von einem andern, größeren Kollegen, Van Dyck, hat er die Geliebte gemalt, Margaret Lemon* in Pagentracht. Das reizende Bildchen ist aufschlußreich für den Girlgeschmack des leicht femininen Van Dyck, es beweist, daß Walpoles Ansicht und die Meinung vieler, die es ihm kritiklos nachsprachen, nicht zutrifft, nach der Coopers Frauen der Grazie ermangelten, während wir seiner Beobachtung über 13*!95