Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 21)
- Language
- German
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Van Dycks von ihr nicht mehr abgebracht wurde. Während sein Bruder den Herzog von Newcastle -— wie die Kinder Karls I. und eine unbekannte Lady — nach Van Dyck kopierte, malte Alexander ihn in seiner eigenen, rauheren und breiteren Manier. Und die Miniatur Gustav Adolfs, mit rötlichem Hintergrund, die er kaum nach dem Leben angefertigt hatte, da der schwedische König bereits 1632 starb — oder wir müßten einen vorherigen Aufenthalt Alexander Coopers in Deutschland annehmen — scheint mir eher auf das Gemälde Miereveldts, aber ganz bestimmt nicht auf das Van Dycksche zurückzugehen. Die Miniatur der Töchter des Earl of Shrewsbury ist auf Bergkristall gemalt. Die Lust am Experiment, die Alexander Cooper mit seiner im Vergleich zu der des Bruders ärmeren Palette gern an der Tönung des Hintergrunds übte, hatten beide Brüder gemeinsam. So malte Samuel Cooper mindestens eine Miniatur, die des Historikers des Langen Parlaments, Thomas May, auf rauhem Knochen und nahm damit die Elfenbein-Miniaturen vorweg, die im achtzehnten Jahrhundert aufkamen. Das Elfenbein mußte aber erst auf gerauht werden — so hatte Samuel Cooper also einen guten Instinkt, daß er sich mit Knochen begnügte. Die Elfenbeinminiatur entstand bekanntlich dadurch, daß man die Pergamentblätter in die Dosendeckel fügte und sich fragte, warum man eigentlich dann nicht gleich auf Elfenbein malen könnte.