Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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niertes Weilt, das sich im Deutschen Museum zu Berlin befindet: eine Medaillonkette aus zwölf Miniaturen, neun sind nur erhalten, die den ״Winterkönig“ von Böhmen mit seiner Gattin und seinen Kindern darstellen. Das ist der Kurfürst Friedrich von der Pfalz, der als böhmischer Thronprätendent den Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges verursachte, in der Schlacht am Weißen Berge seine beiden Reiche verlor und von Land zu Land fliehen mußte, bis ihn die Gastfreundschaft des Hauses Nassau im Haag aufnahm. Alexander Cooper hat den unglücklichen Gehetzten in dessen Todesjahre gemalt — eine jener vorbestimmten Begegnungen von Meister und Modell, aus der die Schöpfungswunder der Kunst hervorgehen. Er malte auch seine im Leid heroische Gattin, die Sch weste* Karls I. von England, die man die ,,Königin der Herzen“ nannte. Am schönsten aber sind ihm die Kinder* gelungen, auf die Hoffmannsthals Verse passen: ״Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen, die von nichts wissen, wachsen auf und sterben“... Sie haben in der Tat einige Geschwister jung verloren und ihnen allen eignet ein nachdenklicher, frühreifer Blick jungen Leids. Das bedeutendste Beispiel jener jüdischen Dis- Position für die Gestaltung schicksalsgezeichneter Wesen ist Samuel Coopers Miniatur der fünfzehn־ jährigen Prinzessin Elisabeth (Sammlung des englischen Königs zu Windsor), der Tochter Karls I. von England, die alle Hoffnungen und Enttäuschun- 173