Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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im Versmaß des englischen Originals verdeutscht habe: ״Welch ein Gesicht! Wie hold dies Auge strahlt! Und \yie unfaßbar ist des Mundes Witz! Wie anmutsvoll bewegt sich die Gestalt! Wie neidet man uns ihres Ruhmes Blitz!“ Hoskins Porträt hält sich von solcher Schmeichelei fern; die Pfalzgräfin Sophie, ihre Nichte, von der die hannoveranische Linie des englischen Königshauses abstammt, wäre danach nicht bei einem Besuch ihrer Tante so enttäuscht gewesen, daß sie nicht die schöne Frau war, wie sie es sich nach dem Gemälde Van Dycks vorgestellt hatte. Da sich der ältere Hoskins und seine Neffen unter dem Einfluß Van Dycks heranbildeten, ist solche Widerstandskraft gegen die Schmeichelkünste des großen Flamen, dessen malerische Meisterschaft sie doch lehrte, die Miniaturmalerei aus der kleinliehen Illuminatorenart ihrer Vorgänger, des Goldschmied- und Zinngießersohnes Isaak Olivier und des Goldschmieds und Juweliers Nicholas Hilliard zu befreien, eine persönliche Note, die Familienerbteil wurde. Jene seelendeutende Tiefe aber, der wir in Werken seiner Neffen wieder begegnen werden, möchte ich ein jüdisches Erbteil nennen, ein inneres Erlebenkönnen aus dem Unterbewußten ihrer Vergangenheit, ein Einfühlungsvermögen aus verwandter Schicksalhaftigkeit heraus. So malte Alexander Cooper 1632/1633 siebenundzwanzigjährig ^ein einziges datiertes und sig-!72