Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 9)
- Language
- German
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Integren, ein bitterer Zug spielt um seinen Mund, aber ein Schimmer von Hoheit ist allen Ver- Wüstungen zum Trotz geblieben — man traut ihm zu, daß er königlich zu sterben wußte. Man muß in der damaligen Zeit schon zu den ganz Großen greifen, will man ein ähnliches Werk seelenkundlicher Eindringlichkeit finden. Hoskins hat auch Karls Gattin gemalt, Königin Marie Henriette, eine Tochter König Heinrichs IV. von Frankreich aus seiner Ehe mit Maria von Medici. Es ist dieselbe englische Königin, die einmal mit dem prinzlichen Statthalter Friedrich Heinrieh anläßlich ihres Aufenthaltes in Amsterdam eine Predigt Menasse ben Israels, des Lehrers Spinozas und Freundes von Rembrandt, besucht hatte. Sie trägt auf dieser Miniatur der Morgan- Sammlung (New York) ein schwarzes Kleid mit reichem Spitzenbesatz, der Brust und Nacken bedeckt und mit schwarzen Schleifen zusammengebunden ist. Über dem Busen-Ausschnitt ein schwarzes Seidenband mit einem Kreuz aus Gold und Diamanten. Ein wenig ungeschickt ist die Haitung des Arms, die Hände sind nach dem Vorgang Van Dycks, der dafür besondere Modelle nahm, von einer etwas schematischen Schönheit, noch nicht charakteristisches Merkmal des Porträtierten, aber ein Ring ist auf der 7%X5% cm großen Miniatur nicht vergessen. Im Hintergrund Bäume und ein Schloß. Das Gesicht der Königin verherrlichte der Dichter Waller 1625 in folgenden Versen, die ich ץ!71