Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 8)
- Language
- German
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Schweden sich erst über hundert Jahre später — 1775 — an den Namen Aron Isaks, des Petschaftstechers aus Treuenbrietzen, knüpft. Es ist dies die einzige Eintragung, die den mutmaßlich älteren der beiden Brüder mit beiden Vornamen nennt und auf sein Judentum Bezug hat, aber es lassen sich von ihr Schlüsse auf seine und seines Bruders Kunst und auf einige Lücken in ihres und ihres Oheims John Hoskins Lebensdaten ziehen. Da Hoskins übereinstimmend in den ältesten Quellen als Oheim und Lehrer seiner beiden Neffen* die seinen Ruhm überflügelten, genannt wird, muß auch dieser jüdischer Abstammung gewesen sein. Er könnte freilich auch nur eine Jüdin bzw. Marranin zur Frau gehabt haben, doch ich glaube in Anbetracht gewisser Familieneigentümlichkeiten in dei Kunst Hoskins und seiner Neffen eher an eine Gemeinsamkeit des Bluts. Diese Eigenart, ein früher Liebermann-Zug in der jüdischen Kunstgeschichte, tritt uns auf einer Miniatur, aus der Sammlung der Königin der Niederlande im Haag, die König Karl 1.* von England darstellt, entgegen: ein intimes, charakterdeutendes Porträt des zweiten Stuart-Königs auf dem englischen Thron, dessen starres Gottesgnadentum die englische Revolution und seine Hinrichtung verschuldete. Er ist auf diesem Bilde nicht mehr der überlegene Kavalier, den wir von Van Dyck kennen, vielmehr, drücken die auf gerissenen Augen Erstaunen über sein Schicksal aus, die Frage eines persönlich 170