Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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10. „Wo heb’ auf und finde nicht!“ tut mir sehr oft weh; Herr Bigenot von Darbian, der ist mir sehr feindselig, — deshalb weinen oft meine Kinder, — bös ist ihre Schnabelweide, — er hat sie selten satt gemacht bis zur vollen Freude. In meinem Hause schafft Herr Dünnehabe mir Mangel, er ist zum Leben ein lästiger Geselle. Ihr Gütigen, befreit mich von diesem Bösewicht, er erniedrigt mich durch Nahrung und auch durch Kleidung. 11. Ich bin auf der Toren Fahrt mit meiner Kunst wahrlich! Da mir die Herren nichts geben wollen, werd’ ich ihren Hof fliehen. Und will mir einen langen Bart greiser Haare wachsen lassen, ich will in alter Juden Lebensart mich von hier fortbegeben. Mein Mantel, der soll sein lang; tief unter einem Hute, demütiglich soll sein mein Gang und selten mehr singen höfischen Sang, da mich die Herren scheiden von ihrem Gute. 135