Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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12. Ein Wolf gar kläglich sprach: Wo soll ich nun bleiben, seit ich um meines Leibes Nahrung muß bleiben in der Acht? Dazu bin ich geboren, die Schuld, die ist nicht mein. Gar mancher Mann hat sein gutes Behagen, den man Unredlichkeit treiben sieht und öffentlich Gut gewinnen mit sündhaftem Trachten, der tut viel schlimmer, als wenn ich nahm’ ein Gänselein. Ich hab ja nicht das rote Gold zu geben für meine Speise, drum muß ich rauben für den Leib aus Hungers Not. Der Falsch’ in seiner Weise ist viel schädlicher als ich und will unschuldig sein. 136