Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 11)
- Language
- German
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das ließe er nicht um Gottes willen, noch wegen der Leute Fluch — wenn er nur nicht des Kapitals allzuwenig hätte. Und wenn der Esel Hörner hätte, stieß’ er die Leute nieder, könnte das Krokodil seinen Zorn austoben lassen, so ließ’ es niemand leben. Wär’ den Wölfen gar die freie Wahl gelassen, viel Schafe man dadurch verlöre. Der Dieb wollte, daß nie eine Tür geschlossen würde. Der Böse wollte, daß der Biedermann zugrunde ginge. 9. Hat der Reiche Mehl, hat der Arme die Asche. Das bedenke ein weiser Mann, das ist mein Rat, und laß dir den Armen nicht zu verächtlich sein zum Freunde. — Sehr leicht kommt die Stunde, wo man seiner bedarf; deshalb sei ein Reicher dem Armen gegenüber nicht zu rauh. Kuh ohne Wiesengehege könnte den Sommer nicht gut verbringen. Wie man den Esel auch verachtet — doch war er stets bereit. Wo immer man seines Dienstes begehrte, hat er nie versagt. Hätte niemand der Armut gegenüber seine Pflicht, so wäre auch der Reichen Reichtum ein Nichts. Wer sollte denn dienen, wenn der Arme nicht wäre? Gut war immer Bast, daß man den Sack damit binde. 134