Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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wenn man auch Gedanken nie gesehen hat, spürt man doch ihr Wirken. Gedank’ ist schneller über Feld als der Blick des Auges, Gedanke bringt Gelüsten nach der Liebe Lohn, nach der Gesichte Geheimnis. Gedanke kann leicht ob allen Aaren hoch in den Lüften schweben. 5. König, Herr! hochgelobter Gott, was du vermagst! du leuchtest mit dem Tage und finsterst mit der Nacht, davon die Welt viel Freud’ und Ruhe hat. König aller Ehren I Dir noch nie gebrach, wie du den Tag mit der Sonne Glanz zierst, und auch in der Nacht währt schön deines Mondes Licht. Du brennst Himmel mit den Sternen, deine Schönheit wird immer währen, du hast der Gabe viel zu geben, die nie vergeht. 6. Ihres Mannes Krone ist die gar reine Frau, immer ihn sehr ehrt ihr edles Wesen. Heil dem Manne, dem die Gute beschert ist; 132 er kann sonder Zweifel mit ihr seine Jahre freudig verbringen, still und offenbar. Mit ihr erwehrt er sich Sünd’ und Schande.