Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wenn ich bedenke, was ich war und was ich bin und was ich werden muß, so ist all meine Freude hin, und wie die Tage meines Lebens laufen von mir geschwind. Und ist das nicht ein Jammer, Seufzen, wachsende Not, daß ich von Tag zu Tage muß fürchten den Tod, wie er mich bringe unter das unreine Gewürm. Wie sollt’ ich dabei froh sein! Wenn ich all das betrachte, so hab ich in dem Herzen mein sehr große Sorge, daß meine Seele dort Kummer dulde. Mit Sünden war mir einst so wohl, Allmächtiger Herr, du bist aller. Gnaden voll, hilf mir, daß meine Seel’ dort vor dir Gnade finde! 4. Gedanken kann niemand verwehren den Toren noch den Weisen, darum sind Gedanken frei zu Dingen aller Art. Herz und Sinn zu Nutz und Frommen dem Menschen sind gegeben. Gedanken entschlüpfen durch Stein, durch Stahl und durch Eisen. Gedanke achtet nicht, wie die Hand dies und das mache;