Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 7)
- Language
- German
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da kann das Adelskleid leicht werden zum Haderlumpen; — nicht gut dem Mehl, wenn viel Trespen unter dem Korne. Wo der Adel adligen Tuns, der Adel läutert immer, wo Adel Unrecht viel begeht — zertrümmert er guten Bau. Wer nicht sei von hohem Namen und sich Untugenden wolle schämen, dazu seine Sache aufs beste fügen kann — den nenn ich edel, wenn er auch nicht von Adel geboren. 2. Keine bessere Latwerge ward je gemacht, wie ich sie lehr und künde von sinnreicher Art, heilsam für Lasterwunden und für Schandensüchte. Aus fünf Gewürzen rein soll sie gemengt werden: Treue und Zucht, Güte und Mannheit gehört hinein, dazu soll das Pulver des Maßhaltens Geschmack und Duft geben. Diese Latwerge ist Ehre genannt, ein Balsam hoch über allen Speisen! Mit ihr wird Schandennot entrannt, sie eignet nicht dem Unweisen. Wer sie stets bei sich hat, der ist vor Hauptschande bewahrt. Wohl ihm, der dieser Latwerge Büchse ist, sein reines Lob, sein hoher Name wird Blüt’ und Früchte tragen. 130