Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Neue Palästina-Ausgrabungen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 14)
- Language
- German
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Zeichen erzielt werden. Wie unsicher die ganze Frage noch ist, mag allein die Tatsache zeigen, daß ein Kenner vom Range Enno Littmanns selbst den. althebräischen Charakter der Zeichen in Frage zieht.15) Festeren Boden betreten wir mit einer Reihe hebräischer Ostraka, die bei der im Winter 1934/35 durchgeführten Ausgrabungskampagne hauptsächlich in einem unter den Trümmern eines Torturms der Stadtmauer liegenden Wachtraum aus judäischer Zeit gefunden wurden. Sie sind in steiler Kursive auf rötliche und rötlich-gelbe Krugscherben geschrieben und wurden daher zunächst für Kopien von Briefen gehalten, stellen aber doch wohl Originalschreiben dar. Nach den Feststellungen von H. Torczvner, dem die Publikation des Fundes übertragen worden ist, handelt es sich dabei um Briefe, die aus dem Anfang des 6. Jahrhunderts stammen und fast durchgängig an einen Je’üs, Hauptmann der Torwache, gerichtet sind. Eines der Schreiben lautet: „Meinem Herrn Je’üs. Möge Jahwe meinen Herrn Nachrichten des Friedens hören lassen! Nun heute, nun heute! Wer ist Dein Sklave, der Hund, daß mein Herr sich seines Sklaven erinnert hat! Möge Jahwe das Böse zerstören, das Du nicht kennst!“ In einem anderen Schreiben versichert der Schreiber Je’üs: „Mein Herr, ich kann nicht lesen. So wahr Gott lebt, niemand hat je versucht, mir einen Brief vorzulesen, 13) AfO 11, 165. 112